Blick auf die Lehmbausiedlung Aït Ben Haddou, UNESCO-Weltkulturerbe in Südmarokko

Ait Ben Haddou: Besuchstipps, Architektur und Geschichte des UNESCO-Weltkulturerbes


Nach langer Fahrt über kurvige Stra­ßen kommt mir als Archi­tek­tin der erste Blick auf das befes­tigte Dorf Aït Ben Haddou wie ein Traum aus 1001 Nacht vor: Über­ein­an­der gesta­pelte Turm­häu­ser aus rotem Lehm, die aus dem üppi­gen Palmen­hain am Fluss den kargen Hügel hinauf wach­sen und farb­lich mit der Umge­bung verschmelzen.

Aït Ben Haddou (auch ohne Doppel-i-Punkt als Ait Ben Haddou geläu­fig) ist die am besten erhal­tene Lehm­bau­sied­lung in Marokko und seit 1987 Unesco-Welt­kul­tur­erbe. Ein Besuch im schöns­ten Dorf von Marokko, das heute zu den meist­be­such­ten Sehens­wür­dig­kei­ten des Landes gehört, ist auf jeden Fall ein lohnens­wer­ter Stop auf Ihrer Rundreise.

ait ben haddou blick vom fluss

Das Inter­esse an Aït Ben Haddou bei inter­na­tio­na­len Besu­chern wurde durch zahl­rei­che Film­pro­duk­tio­nen geweckt. Die bekann­tes­ten sind sicher­lich Game of Thro­nes und Gladia­tor.

Wir geben Ihnen einen Über­blick über die Geschichte und Archi­tek­tur von Aït Ben Haddou und verra­ten Ihnen, was Sie für einen Besuch wissen müssen.

Auch Marokko verän­dert sich – und wir halten diesen Beitrag für Sie aktu­ell. Zuletzt über­ar­bei­tet im April 2026.

Profilbild Svenja Keller

Wer hier schreibt:
Svenja Keller ist Archi­tek­tin aus dem Schwarz­wald und betreibt seit 2019 das Riad Selouane in der Medina von Marrakesch.

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Aït Ben Haddou auf einen Blick

Aït Ben Haddou liegt auf rund 1.300 Metern Höhe am südli­chen Rand des Hohen Atlas — weit genug von Marra­kesch entfernt, um die Reise dort­hin sorg­fäl­tig zu planen. Die langen Fahr­zei­ten sind kein Zufall: Die Route führt über den Tizi n’Tichka-Pass, eine der höchs­ten Pass­stra­ßen Marok­kos, mit engen Kurven und beein­dru­cken­den Ausbli­cken. Wer das weiß, kommt entspann­ter an.

Ouar­za­zate liegt unge­fähr 30 Kilo­me­ter südlich. 

Wich­tig zu wissen:

Der Eintritt ist kostenlos!

2 – 3 Stun­den sind ausreichend!

Die beste Reise­zeit ist im Früh­jahr und Herbst!

Von Marra­kesch braucht man fast 4 Stun­den für die 180 km!

Wie kommt man nach Aït Ben Haddou?

Aït Ben Haddou liegt in der Provinz Ouar­za­zate am südli­chen Rand des Hohen Atlas und lässt sich gut auf einem Tages­aus­flug von Marra­kesch erkun­den oder als Stop einer Rund­reise einbauen.

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Ein Tages­aus­flug von Marra­kesch* ist mach­bar und wird auch von vielen Agen­tu­ren ange­bo­ten, aber es bedeu­tet, dass man über 7 Stun­den im Auto sitzt – da bleibt wenig Zeit für Erkun­dun­gen. Die Tages­aus­flüg­ler star­ten demnach auch sehr früh und sind erst spät wieder zurück. Wer auf der Suche nach einer alter­na­ti­ven Exkur­sion ist, wird sicher­lich in unse­rem Blog­ar­ti­kel über die belieb­tes­ten Tages­aus­flüge von Marra­kesch fündig.

Das klas­si­sche Tages­aus­flugs-Programm sieht eine Fahrt über den Hohen Atlas mit Stop in Aït Ben Haddou vor, anschlie­ßend einen Besuch der Film­stu­dios in Ouar­za­zate und dann wartet die lange Rück­fahrt. Immer­hin sind es von Marra­kesch nach Aït Ben Haddou über 180 Kilometer.

Entspann­ter ist es, das beein­dru­ckende Dorf als Stop eines Road­trips durch Marok­kos Süden einzuplanen.

Sowohl einen Tages­aus­flug als auch die Mehr­ta­ges­rei­sen kann man als Grup­pen­tour oder als indi­vi­du­elle Reise mit priva­tem Fahrer buchen.

Natür­lich kann man den Ort auch mit dem eige­nen Miet­wa­gen besuchen.

Aït Ben Haddou spiegelt sich im flachen Assif Mellah: Lehmtürme und Palmen hinter dem steinigen Ufer des Trockenflusses, Hochformat

Ein großer, kosten­lo­ser Park­platz befin­det sich im neuen Orts­teil am Fluss­bett, von dort sind es nur wenige Gehmi­nu­ten zum Eingang des Ksar.

Die Anreise mit dem Bus von Marra­kesch nach Ouar­za­zate ist eben­falls möglich, dann benö­tigt man aber ein Taxi für die letz­ten 30 Kilometer.

Der Ablauf eines Besuchs im Zuge einer mehr­tä­gi­gen Rund­reise in die Wüste* ist ähnlich einem Tages­aus­flug: Morgens Start in Marra­kesch und Fahrt über den Hohen Atlas mit Foto­stopp am Tizi n’Tichka Pass, dann nach knapp 4 Stun­den kurvi­ger Fahrt Ankunft in Aït Ben Haddou.

Nach der Besich­ti­gung des Dorfes und einer Pause in einem der Restau­rants geht es weiter nach Ouar­za­zate, meist zur Besich­ti­gung der Film­stu­dios und anschlie­ßen­der Übernachtung.

Das reicht für einen ersten Eindruck, auch wenn das Dorf mehr zu bieten hat, als ein kurzer Stop vermu­ten lässt. Aller­dings sind gerade die Morgen­stun­den zwischen den roten Lehm­mau­ern beson­ders stim­mungs­voll und sehens­wert. Von daher ist es viel­leicht eine Über­le­gung wert, in Aït Ben Haddou zu übernachten.

Ebenso ist der Sonnen­auf­gang von einer der Dach­ter­ras­sen der umlie­gen­den Hotels gran­dios. Der Sonnen­un­ter­gang ist eher unspek­ta­ku­lär, aller­dings ist das weiche Licht abends ideal, um im Dorf selbst zu fotografieren.

Gerade am Morgen und am späten Nach­mit­tag ist ein Besuch des Dorfes beson­ders schön, denn dann sind die Tages­tou­ris­ten weg und es wird ruhiger.

Schön ist auch eine Anfahrt von Marra­kesch über das Telouet-Tal mit der großen Glaoui-Kasbah und dann über das Ounila-Tal.

Das schmale grüne Band entlang des Flus­ses, die zusam­men­ge­pferch­ten Häuser in den klei­nen Dörfern und die gran­diose Land­schaft muten sehr ursprüng­lich an. Von Marra­kesch werden 2‑Tagestouren mit Über­nach­tung in Aït Ben Haddou* ange­bo­ten, die genug Zeit zum Entde­cken der Dörfer und Kasbahs in der Umge­bung lassen.

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Die beste Reisezeit

Die beste Reise­zeit für einen Besuch in Aït Ben Haddou ist das Früh­jahr (März bis Mai) und der Herbst (Septem­ber bis Novem­ber). Die Tempe­ra­tu­ren liegen dann zwischen 20 und 30 Grad, das Licht ist weich und warm — ideal zum Foto­gra­fie­ren und Erkunden.

Im Sommer kann es in der Region sehr heiß werden, oft über 40 Grad. Wer trotz­dem im Sommer reist, sollte den frühen Morgen oder den späten Nach­mit­tag nutzen — in der Mittags­hitze wirkt die Land­schaft flach und kontrast­los, und der Aufstieg durch das Dorf wird zur Strapaze.

Der Winter hat seinen eige­nen Reiz: Die Tage sind mild und sonnig, die Nächte hinge­gen empfind­lich kalt — Aït Ben Haddou liegt auf 1.300 Metern, und das spürt man. Wenn der Assif Mellah im Winter oder frühen Früh­jahr Wasser führt, ist die Land­schaft beson­ders stim­mungs­voll: Das schmale grüne Band entlang des Flus­ses, die roten Lehm­türme dahin­ter — ein Bild, das man in den Sommer­mo­na­ten nicht zu sehen bekommt.

Vor einem Besuch im Winter sollte man sich über die aktu­el­len Stra­ßen­ver­hält­nisse infor­mie­ren: Der Tizi n’Tichka-Pass kann bei Schnee­fall gesperrt sein oder nur mit Schnee­ket­ten befah­ren werden. Nach hefti­gen Regen­fäl­len kann auch die Stre­cke durch das Ounila-Tal unpas­sier­bar sein. 

Unab­hän­gig von der Jahres­zeit gilt: Die schöns­ten Stun­den im Dorf sind der frühe Morgen und der späte Nach­mit­tag, wenn das Licht tief steht und die Tages­aus­flüg­ler noch nicht — oder schon nicht mehr — da sind.

Gerade über die Mittags­zeit ist es manch­mal sehr voll, da dann alle Tages­aus­flüg­ler das Dorf fluten. Hier hilft schon ein Besuch nach 15 Uhr, dann wird es deut­lich ruhiger.

Die Besichtigung von Aït Ben Haddou

Um zum alten Dorf­kern zu kommen, geht man in der neuen Sied­lung bis hinun­ter zum Fluss. Wenn er Wasser führt, nimmt man die Brücke, sonst kann man einfach das trockene Fluss­bett durch­que­ren. Über die Brücke kommt man zum Haupt­ein­gang des Dorfes, weiter unten am Fluss gibt es einen Nebeneingang.

Der Eintritt in den Ksar ist kosten­los. Inner­halb des Dorfes gibt es einige Häuser und kleine Museen, die gegen einen gerin­gen Eintritt besich­tigt werden können — darun­ter ein Haus zur münd­li­chen Über­lie­fe­rung der Berber und ein Haus zur Film­ge­schichte. Diese werden von loka­len Koope­ra­ti­ven betrie­ben und sind einen Besuch wert.

Man kann den klei­nen Ort gut auf eigene Faust entde­cken oder am Eingang des Dorfes einen einhei­mi­schen Führer für ein paar Euro anheuern.

Ein paar der alten Lehm­häu­ser sind noch bewohnt und die Einhei­mi­schen zeigen gegen ein klei­nes Entgelt gerne ihr Zuhause. In manchen Häusern kann man bis auf die Dach­ter­rasse stei­gen und den Ausblick geniessen.

ait ben haddou souvenirladen

In den Gassen finden sich einige Souve­nir­lä­den und ein paar rusti­kale Cafés mit Dach­ter­ras­sen, von denen man einen schö­nen Blick auf das Häuser­ge­wim­mel hat.

Der Ort liegt an einem stei­len Hang, den enge Trep­pen hoch­füh­ren. Wenn man den fantas­ti­schen Ausblick von oben auf das Dorf, die Fluss­oase und den Hohen Atlas genies­sen möchte, ist ein anstren­gen­der Aufstieg ange­sagt. Festes Schuh­werk, eine Flasche Wasser und ein Sonnen­hut sind ratsam. Je nach Jahres­zeit knallt die Sonne unbarmherzig.

Oben ange­kom­men, hat man einen fantas­ti­schen Rund­um­blick über das Fluss­tal, die schnee­be­deck­ten Berge und die umlie­gende Wüsten­land­schaft. Am schöns­ten ist der Ausblick morgens und gegen Abend, wenn das Licht weich wird. In der Mittags­hitze wirkt der Blick oft trübe und kontrastlos.

ait ben haddou blick von oben

Auf dem Rück­weg kann man den hinte­ren Ausgang aus dem Dorf nehmen und am Fluss entlang spazie­ren. Von hier unten kann man tolle Fotos der hoch aufra­gen­den Wohn­türme machen.

Den besten Ausblick auf Aït Ben Haddou selbst hat man von der neuen Sied­lung. Hier gibt es zahl­rei­che Restau­rants, Cafés und Hotels, von deren Dach­ter­ras­sen man den Blick genies­sen kann.

Was gibt es in Aït Ben Haddou zu sehen und zu erleben?

Der Reiz von Aït Ben Haddou liegt in der verschach­tel­ten Lehm­ar­chi­tek­tur, die sich male­risch den Berg hinauf zieht. Beson­ders der Blick von der ande­ren Seite des Flus­ses wird für einen Foto­rausch sorgen und lässt sich am besten mit einem Minz­tee auf einer der Restau­rant­ter­ras­sen verarbeiten.

Der Ort selbst ist durch den Fluss in eine moderne und eine alte Hälfte geteilt. Touris­tisch inter­es­sant ist natür­lich der alte Teil, aller­dings liegen fast alle Restau­rants und Hotels im neuen Teil.

Zwischen den beiden Dorf­tei­len fließt der Fluss Assif Mellah (manch­mal auch Assif Ounila genannt), der jedoch nicht ganz­jäh­rig Wasser führt.

Wenn im Winter und Früh­jahr Wasser fließt, sieht das Dorf beson­ders schön aus, denn der Kontrast zwischen Wasser und karger Umge­bung ist beeindruckend.

aitbenhaddou assif mellah fluss

Aït Ben Haddou liegt auf ca. 1300 m Höhe. Daher kann es gerade im Winter nachts empfind­lich kalt werden. Ouar­za­zate, eine der wich­tigs­ten Städte in Marok­kos Süden, liegt ca. 30 km entfernt.

In der Umge­bung gibt es die Möglich­keit, die Fluss­oase und die karge Land­schaft drum­herum auf dem Pfer­de­rü­cken zu erleben.

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Die schönsten Tagesausflüge von Marrakesch: Ait Ben Haddou.

Die schönsten Fotospots

Aït Ben Haddou ist ein foto­gra­fisch dank­ba­rer Ort — aber die Tages­zeit macht einen erheb­li­chen Unterschied.

Der klas­si­sche Blick auf das Dorf öffnet sich vom neuen Orts­teil aus, von den Dach­ter­ras­sen der Restau­rants und Cafés am Fluss­ufer. Hier hat man die Gesamt­an­sicht mit den aufstei­gen­den Lehm­tür­men vor der kargen Berglandschaft. 

Nach­mit­tags ist die Beleuch­tung für diese Perspek­tive am schöns­ten — das Licht fällt von der rich­ti­gen Seite und model­liert die Fassaden. 

Morgens hat man hier oft Gegen­licht, gegen Abend werden die Schat­ten sehr stark, und mittags wirken die Häuser durch die fehlende Schat­ten­bil­dung flach und kontrastlos.

Blick auf den Ksar von Aït Ben Haddou im Nachmittagslicht: die gestaffelten Lehmtürme steigen den Hügel hinauf, im Vordergrund Palmen und Vegetation, im Hintergrund schneebedeckte Gipfel des Hohen Atlas
Das Dorf im Nachmittagslicht

Wenn der Assif Mellah Wasser führt — im Winter und frühen Früh­jahr — lohnt sich der Blick vom Fluss­bett auf der gegen­über­lie­gen­den Seite ganz beson­ders: Das Wasser im Vorder­grund, die Palmen und die roten Lehm­türme dahin­ter erge­ben eine der schöns­ten Perspek­ti­ven, die Aït Ben Haddou zu bieten hat.

Unter­halb des Dorfes, entlang des Fluss­betts, wach­sen in den Gärten einige Dattel­pal­men — von hier lassen sich auch bei trocke­nem Fluss­bett schöne Bilder machen, die das Grün der Oase mit den roten Lehm­tür­men im Hinter­grund verbinden.

Im Inne­ren des Dorfes lohnen sich Detail­fo­tos: die geome­tri­schen Muster an den Türmen, die verwit­ter­ten Lehm­fas­sa­den, die hölzer­nen Türen. Wer auf eine der Dach­ter­ras­sen der klei­nen Cafés im alten Dorf steigt, foto­gra­fiert die Türme aus nächs­ter Nähe — eine Perspek­tive, die von unten nicht zu haben ist.

Ein bedeck­ter Himmel — im Süden des Hohen Atlas häufi­ger als man denkt — ist für Detail­auf­nah­men im Dorf durch­aus reiz­voll: Das weiche, diffuse Licht zeich­net die Struk­tu­ren der Lehm­fas­sa­den beson­ders fein. Für das große Panorama hinge­gen braucht man einen klaren Tag.

Aït Ben Haddou als Filmkulisse

Marokko hat eine enge Verbin­dung zur Film­in­dus­trie in Holly­wood. In Ouar­za­zate sind die großen Atlas-Film­stu­dios ange­sie­delt, die inter­na­tio­nal sehr bekannt sind und in denen zahl­rei­che Block­bus­ter gedreht wurden. In Marra­kesch findet jähr­lich im Novem­ber das Film­fes­ti­val statt, das sogar Holly­wood-Größen wie Brad Pitt anzieht.

Das beein­dru­ckende Setting des Dorfes diente in mehr als 20 Filmen als Kulisse. Die bekann­tes­ten sind sicher­lich Lawrence von Arabien (1962), Gladia­tor (2000) und Game of Thro­nes (Staf­fel 3, 2013).

Weitere hier gedrehte Filme sind unter ande­rem Die Mumie (1999), Alex­an­der (2004), Prince of Persia (2010), Ben Hur (2016).

Vor dem alten Dorf­kern ist ein impo­san­tes Tor mit zwei Wach­tür­men zu sehen, die dem Fluss zuge­wandt sind. Diese täuschend echte Toran­lage wurde für die Serie Game of Thro­nes gebaut und ist seit­her ein großer Streit­punkt, denn die Touris­ten lieben die Tore, die Unesco ist aller­dings der Meinung, dass sie in einem Welt­kul­tur­erbe nichts zu suchen haben.

ait ben haddou filmkulisse game of thrones
Die Toran­lage, die für Game of Thro­nes gebaut wurde

Einen ausführ­li­chen Bericht über die Dreh­plätze von Game of Thro­nes in Marokko gibt es bei Escape from Reality.

Die zahl­rei­chen Film­pro­duk­tio­nen haben sicher­lich auch zum Erhalt der Sied­lung beigetra­gen. Bereits 1970 wurden Gebäude und Mauern für einen Film­dreh instand gesetzt. 

Für den Film Gladia­tor wurde eigens eine Arena für die Gladia­to­ren­kämpfe außer­halb des Dorfes gebaut. Davon ist heute nichts mehr zu sehen, aller­dings finden sich in eini­gen Läden Fotos des dama­li­gen Filmsets.

Lohnt sich Aït Ben Haddou als Tagesausflug von Marrakesch?

Das kommt auf die Erwar­tung an — aber meiner Meinung nach eher nicht. 

Die Stre­cke über den Hohen Atlas ist land­schaft­lich beein­dru­ckend, aber mit über 180 Kilo­me­tern und kurven­rei­cher Pass­straße auch lang und anstren­gend. Hin und zurück sitzt man gut sieben Stun­den im Auto — da bleibt wenig Zeit, den Ort wirk­lich auf sich wirken zu lassen. Tages­aus­flüge werden häufig ange­bo­ten, weil Aït Ben Haddou spek­ta­ku­läre Bilder liefert, aber das allein recht­fer­tigt den Aufwand kaum.

Wer Aït Ben Haddou wirk­lich erle­ben möchte, plant es besser als Station einer Rund­reise durch Südma­rokko ein — kombi­niert mit dem Draa-Tal, den Dades-Schluch­ten oder der Wüste. Dann entfal­tet der Ort seine ganze Wirkung, und die Fahrt über den Atlas wird zum Erleb­nis statt zur Pflichtübung. 

Wer von Marra­kesch aus einen lohnen­den Tages­aus­flug sucht, findet in der nähe­ren Umge­bung schöne Alter­na­ti­ven — etwa das Ourika-Tal im Hohen Atlas.

Die Geschichte von Aït Ben Haddou

Die ersten schrift­li­chen Aufzeich­nun­gen stam­men aus dem 17. Jahr­hun­dert, aller­dings geht die münd­li­che Über­lie­fe­rung der Sied­lungs­ge­schichte bis ins 11. Jahr­hun­dert zurück. 

Das Dorf wurde nach dem ersten Gouver­neur des Ortes Amghar Ben-Haddou benannt, der hier im 11. Jahr­hun­dert regierte. Aït bedeu­tet Sippe, hier leben also die Berber des Ben Haddou Stamms.

Früher war Aït Ben Haddou ein Handels­pos­ten entlang der Kara­wa­nen­straße, die Marra­kesch mit Timbuktu und dem Sudan verband. Auf der langen Reise wurden Gold, Salz und Elfen­bein aus Äqua­to­rial-Afrika trans­por­tiert und in Marra­kesch bis nach Europa weiterverkauft.

Im Draa- und Dades-Tal trifft man auf viele befes­tigte Dörfer mit ähnli­cher Archi­tek­tur, nirgends aber sind die Häuser so spek­ta­ku­lär am Berg gele­gen wie hier.

ait benhaddou marrokko ouarzazate

Die Bewoh­ner haben bis weit ins 20. Jahr­hun­dert als Selbst­ver­sor­ger von der Land­wirt­schaft gelebt, ergänzt durch ein wenig Vieh­be­sitz, vor allem Schafe und Ziegen. Zur Blüte­zeit des Dorfes sollen mehr als 1000 Menschen inner­halb der befes­tig­ten Mauern gelebt haben.

Seit den 1960er Jahren wurde auf der ande­ren Fluss­seite eine Sied­lung mit moder­nen Annehm­lich­kei­ten wie Strom und flies­send Wasser aufge­baut, und die Bewoh­ner haben die alten Lehm­bau­ten verlassen. 

Die Straße durch das Ounila-Tal wurde sogar erst 2012 geteert, vorher war sie eine stau­bige Piste.

Heute wohnen nur noch wenige Fami­lien in den tradi­tio­nel­len Lehm­bau­ten des Dorfes und zeigen ihre Heim­statt gerne den zahlen­den Besu­chern. Damit ist das Dorf heut­zu­tage mehr Frei­licht­mu­seum als funk­tio­nie­rende Dorfgemeinschaft.

Hinzu kommt, dass der Status als Unesco-Welt­kul­tur­erbe die Repa­ra­tur mit moder­nen Mate­ria­lien wie Beton oder Stahl nicht erlaubt. Inso­fern ist der Touris­mus ein Segen, denn die Besu­cher kommen ja wegen des alten Dorfes, das sich daher auch zu erhal­ten lohnt.

Niemand kann es den Bewoh­nern verden­ken, dass sie nicht mehr in den alten Gebäu­den leben möch­ten, aber es wäre schade, wenn das Dorf verfällt. Daher sind die zahl­rei­chen Besu­cher will­kom­men, auch wenn es mitun­ter sehr voll werden kann. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle und jeder Besuch trägt zum Erhalt dieses schö­nen Ensem­bles bei.

Warum Aït Ben Haddou zum Unesco-Weltkulturerbe gehört

Bereits seit 1987 gehört das male­ri­sche Dorf zum Unesco-Welt­kul­tur­erbe und profi­tiert seit­her von dieser Auszeich­nung. Was aber sind die Gründe für die Aufnahme?

Aït Ben Haddou ist ein tradi­tio­nel­les befes­tig­tes Dorf, ein soge­nann­tes Ksar (Mehr­zahl: Ksour) der Vorsahara. 

Im Hohen Atlas gibt es noch viele Ksour, manche sind über 1000 Jahre alt, viele sind verfal­len und unbe­wohnt, einige sind reno­viert und beher­ber­gen jetzt schöne Gäste­häu­ser. Aït Ben Haddou ist in seiner erhal­te­nen alten Substanz so einzig­ar­tig, dass es seit 1987 zum Unesco-Welt­kul­tur­erbe gehört. 

ksar ait ben haddou befestigtes dorf

Doch nicht nur das bauli­che Ensem­ble war für den Welt­kul­tur­erbe-Status ausschlag­ge­bend. Viel­mehr ist auch die gemein­schaft­li­che Orga­ni­sa­tion des Bauhand­werks bemerkenswert.

In der Kultur der Berber wird das Wissen um die Baukunst und andere Tradi­tio­nen seit Jahr­hun­der­ten in den Fami­lien überliefert.

Wie bei vielen dörf­li­chen Gemein­schaf­ten war der Bau von größe­ren Struk­tu­ren früher nur gemein­sam möglich.

Eine Beson­der­heit in den Berber­dör­fern ist, dass die meis­ten Dörfer im Besitz der Allge­mein­heit sind und von den Dorf­rä­ten verwal­tet werden. Der Erhalt und Neubau von Gebäu­den wird gemein­sam beschlos­sen und stärkt den sozia­len Zusammenhalt.

Die Gemein­schafts­bau­ten umfas­sen eine Moschee, einen Dorf­platz, ein Dresch­platz, eine Kara­van­se­rai, zwei Fried­höfe (musli­misch und jüdisch) und den Schrein des Heili­gen Sidi Ali. Diese Gebäude gehö­ren der Dorf­ge­mein­schaft und werden auch gemein­schaft­lich gebaut, gepflegt und repariert.

Heute lebt kaum noch ein Bewoh­ner im alten Ksar, was die Instand­hal­tung deut­lich erschwert. Wie über­all zieht es auch hier die Jugend in die großen Städte und so blei­ben immer weni­ger fach­kun­dige Einwoh­ner übrig, die sich um den Erhalt der Bauten kümmern können.

Die marok­ka­ni­sche Regie­rung hat ein Programm zum Erhalt der einzig­ar­ti­gen Anlage aufge­legt, mit dem sie einer­seits Hilfe bei Repa­ra­tu­ren der bauli­chen Struk­tur gewährt und ande­rer­seits die Bevöl­ke­rung für tradi­tio­nelle Baukul­tur sensibilisiert. 

Mitt­ler­weile gilt Aït Ben Haddou als Aushän­ge­schild für den sensi­blen Umgang mit alter Bausub­stanz, den Bedürf­nis­sen der Bevöl­ke­rung und der Vermark­tung als Tourismusziel. 

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Turmhohe Gebäude aus Lehm prägen die Architektur

Aït Ben Haddou ist eine typi­sche Lehm­bau­sied­lung der Vorsa­hara. Sie ist befes­tigt und von hohen Mauern umge­ben, die von star­ken Ecktür­men flan­kiert sind. Dieser Baustil ist von Libyen bis Maure­ta­nien verbrei­tet und wird als prä-saha­ri­scher Sied­lungs­typ bezeichnet.

Obwohl die Bauweise die glei­che ist wie vor tausen­den von Jahren, stam­men die ältes­ten Gebäude aufgrund der stän­di­gen Erneue­run­gen nur aus dem 17. Jahrhundert.

Ich finde diese Kasbahs aus Lehm im Süden Marok­kos rich­tig toll, alles aus einem Bauma­te­rial, homo­gen und doch ist keine Ecke gleich, die vielen Türm­chen sind verspielt und elegant zugleich. Begeis­tert die Archi­tek­ten­seele in mir jedes Mal aufs Neue!

aitbenhaddou wohnturm

Im Dorf selbst finden sich Wohn­häu­ser, mitun­ter rich­tige Wohn­türme (Tighremt genannt), und Gebäude, die dem Gemein­wohl dienen. Die engen Gassen halten einer­seits die Sommer­hitze in Schach, da sie einen Groß­teil des Tages im Schat­ten liegen, ande­rer­seits waren sie in alten Zeiten leich­ter zu vertei­di­gen als breite Straßen.

Dass den Dorf­be­woh­nern nicht nur die Funk­tio­na­li­tät wich­tig war, sieht man an den aufwen­di­gen Verzie­run­gen der Häuser.

Die Wohn­türme sind im oberen Teil mit geome­tri­schen Mustern verziert, die nach alter Über­lie­fe­rung Unheil abweh­ren sollen.

Die Gebäude haben nur wenige Fens­ter, aber ab und zu Lüftungs­schlitze, um im Sommer die Kamin­wir­kung zur Kühlung der Wohn­räume zu nutzen.

ait ben haddou detail lehmbau

Die Räume sind tradi­tio­nell um Innen­höfe ange­legt und beher­ber­gen im Erdge­schoss Stal­lun­gen und Lager­räume, in den oberen Geschos­sen die Wohnräume.

Auf dem Berg ober­halb des Dorfes befin­det sich der kollek­tive Getrei­de­spei­cher, der heute leider nur noch eine Ruine ist.

Die Grup­pie­rung der Gebäude um den zentra­len Getrei­de­spei­cher ist typisch für diese Region und sollte bei Angrif­fen das wert­vollste Gut der Dorf­be­woh­ner schützen.

Im alten Dorf ist kein Mina­rett zu finden. Die Mina­rette der Moscheen waren bis ins 20. Jahr­hun­dert nur in großen Städ­ten üblich. Die Dörfer hatten im Allge­mei­nen Gebets­räum­lich­kei­ten ohne Minarette. 

Bei dem verhee­ren­den Erdbe­ben im Septem­ber 2023 sind einige Gebäude im alten Orts­kern beschä­digt worden. Der sowieso schon stel­len­weise einge­stürzte Getrei­de­spei­cher auf dem Berg über dem Dorf ist noch mehr zerstört worden. Glück­li­cher­weise hat die Gesamt­an­lage das Erdbe­ben ohne größere Schä­den überstanden.

Übri­gens: Das befes­tigte Dorf selbst wird, wie schon erwähnt, Ksar genannt. Eine Kasbah hinge­gen ist eine Burg, die aus Lehm gebaut wurde und inner­halb oder außer­halb eines Dorfes stehen kann. Die Kasbah bot dem herr­schen­den Berber­fürs­ten Schutz und Wohn­raum, von daher ist die Bezeich­nung Kasbah für Aït Ben Haddou als Gesamt­an­lage nicht zutreffend.

Wie funktioniert das Bauen mit Lehm?

Da es in dieser Region keine Wälder gibt, haben die Menschen gelernt, mit dem vorhan­de­nen Bauma­te­rial umzu­ge­hen: Lehm und Palm­holz.

Diese Mate­ria­len sind in der Umge­bung des Dorfes in ausrei­chen­der Menge zu finden und der Lehm vom nahen Fluss gibt den Mauern ihren charak­te­ris­ti­schen roten Ton.

Durch die natür­li­chen Bauma­te­ria­lien fügt sich das Dorf harmo­nisch in die Umge­bung ein. Auf den ersten Blick könnte man die Häuser glatt über­se­hen, da sie mit der Farbe der Umge­bung verschmelzen.

Lehm als Baumaterial für Mauern und Wände

Die Gebäude des Dorfes sind aus geform­ten, sonnen­ge­trock­ne­ten Lehm­zie­geln erbaut — eine Tech­nik, die als Adobe bekannt ist und sich von der Stampf­lehm-Tech­nik (Pisé) unter­schei­det, die etwa bei den berühm­ten roten Stadt­mau­ern von Marra­kesch zum Einsatz kommt.

Die Häuser sind sowohl außen wie innen mit Lehm verputzt, was ihnen ihr homo­ge­nes Ausse­hen verleiht. Einige Häuser haben einen Sockel aus Feld­stei­nen, der teil­weise sicht­bar ist.

Lehm ist reich­lich vorhan­den, billig und kann ohne Maschi­nen bear­bei­tet werden. Die Häuser, die aus getrock­ne­ten Lehm­zie­geln gebaut werden, halten im Sommer kühl und im Winter warm.

Die Hand­wer­ker, die auf den Bau mit Lehm spezia­li­siert sind, heißen Maâlems und die Tech­ni­ken, die sie verwen­den, sind über tausend Jahre alt.

Der Lehm wird mit Stroh vermischt, um die Festig­keit zu erhö­hen, in Formen gestri­chen und in der Sonne getrocknet.

Die Ziegel werden dann mit – genau – Lehm als Mörtel vermauert.

lehmziegel marokko

Aufgrund des nicht sehr stabi­len Bauma­te­ri­als sind dicke Mauern notwen­dig, um die hohen Gebäude zu tragen. Die Gebäude lehnen sich anein­an­der und stüt­zen sich gegen­sei­tig und es ist nicht selten, dass die Häuser regel­recht inein­an­der verschach­telt sind.

Palmholz und Schilfhalme liefern das Material für Decken und Dächer

Die Dattel­pal­men, die entlang des Flus­ses wach­sen, tragen aufgrund der Höhe kaum Früchte, werden aber als Bauma­te­rial genutzt. 

Aus den Stäm­men werden Decken­bal­ken, aus den Fasern Matten und Seile gemacht. Aus den Palm­we­deln werden Körbe und weitere Gebrauchs­ge­gen­stände hergestellt.

Schilf­halme werden eben­falls zu Matten verar­bei­tet und dienen als Bauma­te­rial für Decken und Dächer.

aitbenhaddou decke palmholz
Decke aus Palm­holz­bal­ken und Schilfmatten
aitbenhaddou detail lehmbau decke
Abdich­tung einer Schilf­mat­ten­de­cke mit Lehm

Für Decken werden zuerst Palm­holz­bal­ken gelegt, mit Schilf­mat­ten bedeckt und dann mit einer Mischung aus Lehm und Stroh abgedichtet

Türen und Fens­ter bestehen aus Holz. Glas wurde tradi­tio­nel­ler­weise nicht verwen­det, manch­mal wurden verzierte Metall­git­ter in die Fens­ter­öff­nun­gen gesetzt.

lehmputz und fenstergitter marokko
vergit­ter­tes Fenster
lehmputz marokko
Lehm­putz mit Strohbeimischung

In dieser ökono­mi­schen und nach­hal­ti­gen Bauweise liegt auch das Problem bezüg­lich der nicht sehr häufig vorkom­men­den, aber oft sint­flut­ar­ti­gen Regen­fälle: da die Ziegel nicht gebrannt sind, besteht bei jedem Regen­guss die Gefahr, dass sich die Gebäude einfach auflö­sen. Auch die glühende Sommer­hitze setzt den alten Mauern zu, sie zerbrö­seln gera­dezu unter der marok­ka­ni­schen Sonne.

Noch heute wird die Sied­lung alle 3 Jahre umfas­send restau­riert, da Sonne und gele­gent­li­cher Regen die Mauern bröckeln lassen. Diese Bauweise erfor­dert immer­wäh­rende Repa­ra­tur­ar­bei­ten, die tradi­tio­nell von der Dorf­ge­mein­schaft zusam­men erbracht werden, heut­zu­tage aller­dings schwie­rig sind, da kaum noch jemand in dem alten Dorf wohnt.

Damit ergibt sich auch für Aït Ben Haddou das schwie­rige Para­do­xon, dass gerade die Besu­cher­mas­sen dazu führen, dass die fragi­len Struk­tu­ren leiden, das Dorf aber ande­rer­seits genug zahlende Besu­cher für den Erhalt braucht und das Inter­esse der Touris­ten dafür sorgt, dass sich eine Instand­hal­tung der Gebäude lohnt.

olive twig light brown

Die Lehm­ar­chi­tek­tur von Aït Ben Haddou ist einfach nur beeindruckend!

Aït Ben Haddou, die imposante Lehmbausiedlung im Süden Marokkos gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und ist absolut sehenswert!

Häufige Fragen zu Aït Ben Haddou

Hier finden Sie Antwor­ten auf die häufigs­ten Fragen unse­rer Gäste.

  1. Kostet der Eintritt in Aït Ben Haddou etwas?

    Der Eintritt in das Dorf ist kosten­los. Inner­halb des Dorfes gibt es einige Häuser und kleine Museen, die gegen einen gerin­gen Eintritt von 20–50 Dirham besich­tigt werden können — darun­ter ein Haus zur münd­li­chen Über­lie­fe­rung der Berber und ein Haus zur Film­ge­schichte des Ortes.

  2. Wie lange sollte man für einen Besuch einplanen?

    Für den Rund­gang durch das Dorf sind zwei bis drei Stun­den ausrei­chend. Wer von Marra­kesch anreist, sollte einen ganzen Tag einpla­nen — allein die Fahrt über den Hohen Atlas dauert je nach Route drei­ein­halb bis vier Stunden.

  3. Wann ist die beste Reisezeit für Aït Ben Haddou?

    Empfeh­lens­wert sind Früh­ling (März bis Mai) und Herbst (Septem­ber bis Novem­ber) mit Tempe­ra­tu­ren zwischen 20 und 30 Grad. Im Sommer kann es über 40 Grad heiß werden; wer dann reist, sollte den frühen Morgen oder späten Nach­mit­tag nutzen. Im Winter sind die Tage mild, die Nächte aber empfind­lich kalt — und wenn der Fluss Wasser führt, ist die Land­schaft beson­ders stimmungsvoll.

  4. Wie kommt man ohne geführte Tour nach Aït Ben Haddou?

    Mit dem Miet­wa­gen ist Aït Ben Haddou gut erreich­bar — die Route über den Tizi n’Tichka-Pass ist land­schaft­lich ohne­hin ein Erleb­nis. Alter­na­tiv fahren Fern­busse von Marra­kesch nach Ouar­za­zate, von dort sind es noch etwa 30 Kilo­me­ter per Taxi.

  5. Lohnt sich eine Übernachtung vor Ort?

    Ja — gerade die frühen Morgen­stun­den und der Abend, wenn die Tages­aus­flüg­ler weg sind, gehö­ren zu den schöns­ten Momen­ten im Dorf. Wer über­nach­tet, kann den Sonnen­auf­gang von einer der Dach­ter­ras­sen erle­ben und das Dorf in Ruhe auf sich wirken lassen. Bei der Hotel­wahl lohnt es sich, genau hinzu­schauen: Im alten Dorf selbst gibt es einige Unter­künfte — der Reiz ist groß, mitten­drin zu schla­fen, aber man hat keinen Blick auf den Ksar von außen. Empfeh­lens­wer­ter sind Hotels auf der gegen­über­lie­gen­den Seite des Fluss­betts mit einer Dach­ter­rasse, die auf das Dorf blickt — morgens und abends, wenn das Licht stimmt, ist diese Perspek­tive schlicht unschlagbar.

  6. Für welche Filme und Serien diente Aït Ben Haddou als Kulisse?

    Der Ksar war Dreh­ort für mehr als 20 Produk­tio­nen, darun­ter Lawrence von Arabien, Gladia­tor, Game of Thro­nes, Die Mumie, Prince of Persia, Aste­rix & Obelix: Mission Kleo­pa­tra, Alex­an­der und Ben Hur.

  7. Was ist der Unterschied zwischen einem Ksar und einer Kasbah?

    Ein Ksar ist eine befes­tigte Dorf­sied­lung mit Wohn­häu­sern, Spei­chern und Gemein­schafts­bau­ten, umge­ben von einer Schutz­mauer. Eine Kasbah hinge­gen ist eine herr­schaft­li­che Wohn­burg — der Sitz eines Berber­fürs­ten oder Stam­mes­füh­rers. Aït Ben Haddou ist ein Ksar, keine Kasbah, auch wenn der Begriff im Alltag oft unge­nau verwen­det wird.

  8. Lohnt sich Aït Ben Haddou als Tagesausflug von Marrakesch?

    Nur bedingt. Die Fahrt über den Hohen Atlas ist mit über 180 Kilo­me­tern kurven­rei­cher Pass­straße lang und anstren­gend — hin und zurück sitzt man gut sieben Stun­den im Auto. Aït Ben Haddou entfal­tet seine Wirkung viel besser als Station einer Rund­reise durch Südmarokko.

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Koutoubia Moschee in Marrakesch
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