Die Steinwüste Désert d’Agafay liegt eine knappe Stunde außerhalb von Marrakesch in südwestlicher Richtung mit Blick auf den Hohen Atlas. Auch wenn es hier nicht die beeindruckenden Sanddünen der Ergs südlich des Atlas hat, ist die Einöde mit Blick auf die oft verschneiten Berge einen Besuch wert.
Ein besonderes Erlebnis ist eine Übernachtung in einem der Camps, aber auch ein Abendessen zum Sonnenuntergang mit anschließender Rückkehr nach Marrakesch ist unbedingt zu empfehlen.
Empfehlungs-Links: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind Empfehlungs-Links, auch Affiliate-Links genannt. Das bedeutet: Wenn Sie über einen solchen Link etwas kaufen, bekommen wir eine kleine Vermittlungsprovision. Ihnen entstehen keine Mehrkosten, aber mit Ihrem Kauf helfen Sie uns, weiterhin nützliche Inhalte für Reisende zu erstellen. Viel Spaß mit unseren Geschichten und „Shukran“ für Ihre Unterstützung!
Wer mehr als 3 Tage in Marrakesch verbringt und keine Rundreise zu den Sandwüsten im Süden Marokkos geplant hat, sollte unbedingt einen Ausflug hierher planen.
Einen guten Überblick über die Angebote erhält man vorab bei GetYourGuide: Zum Sonnenuntergang in die Agafay-Wüste*.
Wenn Sie auf Ihrer Reise auch die Sandwüste besuchen, wäre vielleicht eher eine Ballonfahrt eine schöne Ergänzung zu Ihrem Aufenthalt in Marrakesch.
In unserem Blogartikel über die besten Tagesausflüge ab Marrakesch finden Sie noch mehr Informationen über Aktivitäten in der Umgebung.
Auch Marrakesch verändert sich – und wir halten diesen Beitrag für Sie aktuell. Zuletzt überarbeitet im April 2026.
- Steinwüste Agafay Info
- Agafay Wüste: Abendessen bei Sonnenuntergang
- Tagesausflüge
- Die Agafay Wüste auf eigene Faust erkunden
- Übernachtung unter dem Sternenhimmel der Agafay
- Anfahrt zum Camp
- Agafay Wüstencamps: Was Sie im Camp erwartet
- Aktivitäten in den Wüstencamps
- Fotografieren in der Agafay Wüste: Licht, Motive und die beste Tageszeit
- Essen, Trinken und Abendunterhaltung
- Rückfahrt in die Stadt
- Häufige Fragen zur Agafay-Wüste
Wichtig zu wissen:
Entfernung von Marrakesch ca. 30 km
45–60 Minuten Fahrtzeit
Kosten für einen Ausflug: 20–30€ (einfach), 50€+ (Luxus)
beste Reisezeit: Frühling/Herbst
Einer der beliebtesten Ausflüge von Marrakesch aus: Quad-Fahren, Kamelreiten, Dinner unter dem Sternenzelt in der Steinwüste
Steinwüste Agafay Info
Die Agafay ist keine Wüste im klassischen Sinne, sondern geologisch ein sogenanntes Reg. Dieser Begriff leitet sich aus dem Arabischen ab und bezeichnet eine Geröllwüste, die weder aus Sand noch aus groben Kieseln besteht, sondern die dann entsteht, wenn der Wind die feinen Sandpartikel fortträgt und nur das gröbere Geröll zurücklässt. Ein bekanntes Beispiel für ein Reg ist die Wüste Gobi.
Für nomadische Berberstämme war die Agafay kein leerer Raum, sondern Weideland: Nach den Winterregen, wenn auf dem kargen Boden für kurze Zeit Gras sprießt, trieben sie ihre Ziegen- und Schafherden hierher.
Die Agafay erstreckt sich über rund 150.000 Hektar auf einer Höhe von 600 bis 700 Meter, hoch genug, dass die Nächte selbst im Sommer angenehm kühl werden, und nah genug am Atlas, dass die Gipfel bei klarer Sicht den Horizont prägen. Mit durchschnittlich 120 Millimetern Niederschlag pro Jahr ist sie eine der trockensten Regionen in der Umgebung von Marrakesch — weniger als ein Viertel dessen, was die Stadt selbst empfängt.
2003 wurde das erste Camp in der Agafay eröffnet, seit 2010 hat der Tourismus richtig Fahrt aufgenommen und das einstige Ödland erlebt seither ein ungebrochenes Interesse bei den Besuchern.
Ab Marrakesch bieten sich viele Möglichkeiten, die Wüste am Fuße des Atlasgebirges zu erkunden: Tagesausflüge, Dinner-Spektakel oder Übernachtung in einem der Wüstencamps.
Agafay Wüste: Abendessen bei Sonnenuntergang
Wer die Wahl hat, hat die Qual, lautet ein altes Sprichwort. So ist es auch mit der Auswahl der Möglichkeiten für das Abendessen in Marrakesch. Neben historischen Restaurants in bezaubernd anmutenden altehrwürdigen Innenhöfen mit Orangenbäumen und Palmen gibt es die verträumten Restaurants auf den Dachterrassen hoch über der Medina. Mit ihnen konkurrieren die Küchen der Riads, in denen hervorragende Menüs in traditioneller Art und Weise zubereitet werden. Die Neustadt hingegen präsentiert sich mit einer Vielzahl an stylischen Restaurants der Küchen der Welt und in allen Preisklassen.
Und doch lohnt sich der Blick über Marrakesch hinaus.
Denn nur wenige Kilometer hinter den Grenzen der Stadt, dort wo die Menschen dem felsigen Boden keine Oliven- und Orangenhaine mehr abtrotzen können, beginnt die Steinwüste Agafay.
Als sanfte Hügelkuppe erhebt sich die Agafay aus der Ebene, dominiert von rötlichgelbem Gestein und Sand.
Tagsüber flimmert die Hitze über den Steinen und lässt den Horizont verschwimmen.

Der Sonnenuntergang ist hier ein ganz eigenes und besonderes Spektakel. Ich liebe die sanft orange-und lila Farbtöne, die sich über den endlosen Himmel ziehen, bis zu dem Moment, an dem der erste Stern aufblinkt und das Lagerfeuer angezündet wird. Jedes Mal ein tolles Erlebnis, jedes Mal anders, denn der Himmel bestimmt das Drehbuch.
Diesen Beitrag teilen oder merken?
Tagesausflüge
Ein Arrangement für einen Besuch der Agafay ist sehr einfach zu organisieren. Wie in den meisten Riads und Unterkünften arrangiert bei uns im Riad Selouane unser Manager gerne eine Buchung im gewünschten Camp. Für ein Abendessen mit Aktivitäten wie Kamelreiten reicht es meist aus, sich ein oder zwei Tage im Voraus darum zu kümmern.
In der Stadt selbst gibt es in fast jeder Gasse eine Agentur für Ausflüge aller Art. Sie sind in der Regel durch farbenprächtige Bilder von Geländewagen, Kamelausritten, Quads oder Wüstenszenen zu erkennen. Die Ausflüge sind immer inklusive der An-und Abfahrt buchbar.
Einige Camps holen die Gäste in Marrakesch mit Bussen ab und bringen sie auch wieder zurück. Hier sollte man auf den Ort der Abholung und die Uhrzeit achten.
Die Bezahlung erfolgt in der Regel sofort, Getränke werden im Camp am Ende berechnet und sind vor Abfahrt zu zahlen.
Ein privater Transfer über Ihr Riad hat den Vorteil, dass sich die Fahrer mit dem Riad in Verbindung setzen, verbunden mit dem Service, zum Abholort begleitet zu werden.

Die Camps akzeptieren neben Bargeld auch die gängigen Kreditkarten – Bezahlungen per App sind noch nicht flächendeckend verfügbar.
Die Agenturen in der Stadt bieten oft preiswerte Packages zu den einfachen 2‑Sterne Camps an, allerdings kann die Qualität der Camps und des Essens nicht mit den Luxus-Camps mithalten. Dafür ist in diesen Preisen alles außer Getränke inklusive, je nach Angebot sogar der Kamelritt oder das Quadfahren.
Ein Package für 20 – 30€ pro Person inklusive Essen, Transfer und Pool muss nicht schlecht sein, allerdings sollte man sich vorher die Bewertungen des angebotenen Camps auf einer Bewertungsseite wie z. B. bei Tripadvisor genau anschauen. Leider ändern sich die Zustände recht schnell, so dass man sich immer aktuelle Informationen beschaffen sollte.
In den luxuriösen 4‑Sterne Camps ist der Standard viel gehobener, die Qualität des Essens besser und die Ausstattung stylischer. Diese Camps sind selten als Package zu buchen. Man bucht direkt beim Camp, dazu kommt ein privater Transfer sowie eventuelle Aktivitäten.

Besonders gut gefällt uns das Abendessen im Inara-Camp* und die Camps La Pause und White Camel Lodge.
Die Preise sind gehoben, für ein Abendessen muss man ohne Getränke über 50€ rechnen, aber die Atmosphäre in diesen Camps ist etwas ganz Besonderes.
Es gibt sogar private Zelte für ein romantisches Dinner* zu zweit zu mieten.
Alle Camps kann man auch tagsüber besuchen und dort zu Mittag essen. Nach einem Kamelritt oder einer Quadfahrt noch am Pool abhängen, bevor es abends wieder in die Stadt geht, ist ebenfalls ein tolles Erlebnis.
Es gibt viele Angebote für einen Day-Pass mit Pool und Mittagessen*. Auch das stylische Inara-Camp bietet einen Tagespass mit Mittagessen* an.
Für einen Nachmittag in der Agafay sollte unbedingt an Sonnencreme, Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung gedacht werden.
Noch ein Hinweis: Viele Ausflüge verbinden die Agafay mit einem Besuch in einer Arganöl-Kooperative. Argan-Bäume wachsen jedoch nicht in der Region um Marrakesch — sie sind im Südwesten Marokkos heimisch, zwischen Essaouira und dem Anti-Atlas. Die Nüsse, die in diesen Kooperativen verarbeitet werden, stammen von dort. Wer also die traditionelle Heimat des Arganbaums sehen möchte, ist auf dem Weg nach Essaouira besser aufgehoben als in der Agafay.
Die Agafay Wüste auf eigene Faust erkunden
Die Agafay Wüste lässt sich auch ohne gebuchte Tour erreichen – wer unabhängig reisen möchte, findet hier alles, was er für einen gelungenen Ausflug auf eigene Faust braucht.
Die einfachste Möglichkeit, in die Agafay zu kommen, ist die Anreise mit einem Mietwagen oder einem privaten Fahrer. Die Agafay liegt etwa 30 Kilometer südwestlich von Marrakesch, die Fahrt dauert je nach Verkehr rund 40 Minuten. Die Route führt Richtung Agafay (R212) und biegt kurz vor dem gleichnamigen Ort auf eine unbenannte Straße nach Süden ab – gut ausgeschildert und auch für Ungeübte problemlos zu fahren.
Ein Taxi empfehlen wir nicht, da es vor Ort keine Rückfahrmöglichkeiten gibt.
Ohne gebuchtes Camp oder Programm ist die Agafay zunächst eine offene Steinwüste – beeindruckend, aber wenig erschlossen. Die meisten Camps sind privat und nur für Gäste zugänglich. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es kaum möglich ist, ohne Voranmeldung eines der Camps zu besuchen.
Einige Camps bieten Tagestickets oder die Möglichkeit, gegen einen Mindestverzehr die Anlage zu nutzen – ein guter Kompromiss zwischen Unabhängigkeit und Komfort. Wir würden trotzdem dazu raten, dies vorher telefonisch abzuklären.
Gerade für Fotografen kann die Erkundung der Agafay auf eigene Faust interessant sein. Die Wüste hat keine besonderen Aussichtspunkte oder Ecken, die man unbedingt gesehen haben muss, sie ist ziemlich gleichförmig und es kommt vor allem auf das Wolkenspiel an, ob die Einöde fotografisch interessant ist oder nicht.
An der Hauptstraße entlang gibt es mehrere Möglichkeiten, Quads zu mieten oder auf einem Kamel zu reiten. Es gibt weder ausgeschilderte Wanderwege noch sonstige Infrastruktur, die nicht mit einem Camp in Verbindung steht.
Wichtig zu wissen ist, dass es außerhalb der Camps keine Versorgungsmöglichkeiten gibt. Sonnenschutz, ausreichend Wasser und festes Schuhwerk sind auf jeden Fall sinnvoll. Offline-Karten sind ebenfalls empfehlenswert.
Für Reisende, die Freiheit und Spontaneität schätzen, ist die Agafay auf eigene Faust durchaus reizvoll – besonders für einen ruhigen Morgen oder einen Sonnenuntergang abseits organisierter Gruppen. Wer jedoch das Beste aus der Agafay herausholen möchte – Lagerfeuer, Abendessen, Beduinenzelt-Atmosphäre – ist mit einer organisierten Tour oder einem Abendausflug oft besser bedient und stressfreier unterwegs.
Übernachtung unter dem Sternenhimmel der Agafay
Neben den Restaurant-Camps haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Wüstencamps etabliert, die auch Übernachtungsmöglichkeiten anbieten – von einfachen Berberzelt-Unterkünften bis hin zu komfortablen Glamping-Lodges mit eigenem Pool.
Die Bandbreite ist groß: Manche Camps setzen auf Authentizität und Schlichtheit, andere auf Luxus mit Himmelbett, Terrasse und Candlelight-Dinner. Einige Übernachtungsmöglichkeiten sind den Tagescamps angeschlossen, während die luxuriösesten Lodges exklusiv für Übernachtungsgäste geöffnet sind.
Gemeinsam haben sie alle die Abgeschiedenheit, den weiten Blick über die Steinwüste und – bei klarem Himmel – einen Sternenhimmel, der in der Stadt undenkbar wäre.
Das Programm ist annähernd gleich wie bei den Dinner-Camps: Kamelreiten, Quadfahren, Sonnenuntergang, ein traditionelles marokkanisches Dinner und Lagerfeuer mit oder ohne Show.
Der Morgen aber gehört der Stille: Frühstück bei Sonnenaufgang, bevor die ersten Tagesausflügler eintreffen, mit Blick auf die kargen Hügel und den Hohen Atlas. Wer früh genug aufsteht, hat die Wüste fast für sich allein.
Wer über eine Übernachtung in der Agafay Wüste nachdenkt, kann direkt bei den Camps oder über Reiseveranstalter in Marrakesch buchen, z. B. im fantastischen Camp Terrasses d’Agafay*.
Eine frühzeitige Buchung wird empfohlen, besonders in der Hochsaison im Oktober und im März/April.
Unserer Meinung nach lohnt sich eine Übernachtung in der Agafay Wüste nur, wenn man keine Rundreise durch das Land plant. Wenn Sie bereits einmal in einer Sandwüste waren oder die Sahara-Dünen auf dem Reisplan stehen, reicht ein Abendausflug in die Agafay vollkommen aus.
Auch wenn man nur Marrakesch auf dem Programm hat und sich einen Hotelwechsel sparen will, ist eine Übernachtung in der Agafay Wüste nicht notwendig, da der schönste Teil der abendliche Sonnenuntergang ist – und den kann man ja auch auf dem Halbtagesausflug erleben.
Anfahrt zum Camp
Bei Abholung durch den Veranstalter werden eine genaue Uhrzeit sowie ein Ort vorgegeben. Es ist jedoch ratsam auf eine Abholzeit spätestens drei Stunden vor Sonnenuntergang in Marrakesch zu achten. Damit bleibt im Camp genügend Zeit, sich alles anzusehen, bevor das Licht der Sonne beginnt, die Landschaft zu verzaubern.
Die Tourveranstalter haben meist Treffpunkte in der Gegend um den Jemaa el Fna. Die Anfahrt erfolgt in komfortablen und gut gepflegten Geländewagen oder Kleinbussen. Die Fahrzeit beträgt je nach Verkehr etwa 40 Minuten bis eine Stunde.
Einen privaten Fahrer können Sie bequem über ihr Hotel buchen.
Wenn sich die Gespräche mit dem Fahrer tatsächlich einmal erschöpfen sollten, was angesichts der schier endlosen Basis von Geschichten und Mythen über Marrakesch eigentlich ausgeschlossen ist, dann bestimmen Klänge aus dem Radio den Rhythmus der Fahrt. Wer Berber-Musik nicht mag, dem ist die marokkanische Hitparade von Hit-Radio Marrakech zu empfehlen. Oft ein Abbild der aus der Heimat bekannten Hits – eben nur in arabischer Sprache.

Mit Musik aus dem Radio fliegen links und rechts der Straße die vielen Baustellen der unglaublich schnell wachsenden Stadt vorbei. So trostlos die Baustellen auch aussehen, mittels großer Werbeschilder wird angekündigt, was hier bald als neuer Lebensstandard verwirklicht wird. Und trotz all dem Fortschritt gehören Eselskarren, klapprige Fahrräder und qualmende Mopeds mit bis zu vier Personen darauf zum alltäglichen Straßenbild. Wie auch weiter draußen, außerhalb der neuen Baugebiete, die Oliven- und Orangenhaine sowie die Eukalyptus-Bäume.
Haben Sie Lust auf Neuigkeiten von uns?
Unser Newsletter liefert die neuesten Informationen aus unserem Blog direkt per E‑Mail zu Ihnen!
Abmeldung jederzeit möglich.
Mehr erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Agafay Wüstencamps: Was Sie im Camp erwartet
Scherenschnittartig angeordnet, schweift der Blick zu den sich immer höher ziehenden Bergketten der Vorgebirge, welche von den über 4.000 Meter aufragenden Gipfeln des Hohen Atlas begrenzt werden. Bis weit in den Frühsommer reflektieren diese Gipfel mit den schneebedeckten Hängen auf besondere Weise das Licht der am westlichen Horizont verglühenden Sonne.
Im Norden sind die weichen kahlen Bergkuppen weiterer Hügel zu sehen, während im Westen die Sonne scheinbar in den Ausläufern der Felsen der Agafay versinkt.

Die Steinwüste selbst wirkt tagsüber auf den ersten Blick leer und öde.
Die schlanke Asphalt-Straße windet sich schlangenartig zwischen den felsigen Bergkuppen hindurch und führt scheinbar ins Nichts. Aus diesem Nichts tauchen hin und wieder einsame Wegweiser mit verwegenen Namen wie Scarabeo Camp, Canyon Lodge oder Oxygen Camp Lodge auf. Folgt das Auge der angegebenen Richtung und der staubigen Piste, so verläuft sich der Blick erneut im Nichts. Ab und zu zeugen Staubfahnen am Horizont davon, dass diese Piste tatsächlich auch befahren wird.
Der Schein der Einöde trügt, denn am Ende der staubigen und scheinbar endlosen Pisten warten Camps mit überraschend luxuriösen Angebot auf die Besucher.

Entlang der Bergkuppe reihen sich mit bester Sicht auf das Umland Zelte, die vom einfachen Zimmer bis hin zum Luxuszimmer alles beinhalten.
Hinter den Zelten funkelt auf einem Plateau das klare Wasser eines Pools im Sonnenlicht, daneben eine Panorama-Bar. Etwas abgerückt und mit dem Gespür für den schönen Ausblick steht ein sehr schön eingerichtetes Zelt für das Abend-Dinner.

Ich finde es jedes Mal eine spektakuläre Erfahrung, am Pool zu sitzen und bei einem Glas Wein das Licht, den Wind sowie die grandiose Kulisse in mich aufzunehmen.
Die Sonne verändert im Sekundentakt die Farben am Himmel und den umliegenden Bergen von sonnenhell über purpurrot bis hin zum blassblau der ersten Ausläufer der Nacht.
Dabei weicht die Hitze des Tages der angenehmen Kühle der Nacht.
An das gewaltige Farbenspektakel schließt sich ein Dinner in mehreren Gängen mit original marokkanischen Speisen an.
Mit Einsetzen der Dunkelheit werden Fackeln und Feuer entzündet. Je dunkler es wird, um so mehr wandelt sich das Camp zu einem magisch-afrikanischen Ort, in dem die Schatten über die Zeltwände tanzen und in der Luft fremde Klänge schwirren. Als dunkle Begleiter wachen die Berge beständig am Horizont, während sich über unseren Köpfen ein atemberaubender Sternenhimmel von links nach rechts spannt.
Im Dunkeln verschwinden die Silhouetten der Berge, dafür tauchen die Lichter der Berberdörfer an den Bergflanken auf.
Der Abend klingt an einem der Feuer sitzend aus, die Luft trägt dabei von etwas weiter weg die Klänge der Trommeln und Schellen herüber. Mit einem Drink in der Hand, Freunden und guter Gesellschaft ins Gespräch vertieft, überspannt von einem Meer aus tausend funkelnden Sternen – das ist der finale Zauber der Agafay, eine Kombination aus Erlebnis und marokkanischer Magie.
Eine unvergessliche Erinnerung.
Aktivitäten in den Wüstencamps
Viele Camps bieten über das Abendessen hinaus noch weitere Aktivitäten an.
Neben dem privaten Dinner für zwei Personen im eigenen Zelt können größere Zelte für Gruppen bis hin zu Veranstaltungszelten für ganze Gesellschaften und alle Anlässe gebucht werden.
Den Pool in den Camps dürfen in der Regel auch die Tagesgäste mitbenutzen. Daher empfiehlt es sich, ein Handtuch und Badesachen einzupacken. Handtücher werden nur in wenigen Camps als Service bereitgehalten. Eventuell fallen für die Poolbenutzung zusätzliche Gebühren an.

Als Tagesaktivitäten stehen Quad-Fahrten* durch die Agafay mit Blick auf die in der Ebene ruhende Stadt Marrakesch ganz oben auf der Liste, gerne in Kombination mit einem Lunch am Pool* oder einer Dinner-Show*. Ebenso werden Buggy-Fahrten angeboten.
In jedem Camp gibt es auch die Möglichkeit von kurzen oder ausgedehnten Kamel-Ausritten*. Die Kamele selbst sind für den ungeübten Reiter extrem geduldige und sanfte Tiere.

Von einem Guide geführt, laufen sie mit ihren weichen großen Hufen und hoher Trittsicherheit über Sand und steinigen Grund.
Aus dem leicht schwankenden Sattel heraus ergibt sich noch einmal ein anderer Blickwinkel auf die Landschaft.
Man stelle sich vor, auf diese Art 56 Tage nach Timbuktu unterwegs zu sein…
Neben den typischen Aktivitäten gibt es auch weitaus ausgefallenere Angebote:
Wie wäre es denn, Paintball in der Wüste zu spielen? Oder mit dem Gleitschirm über die Wüste* zu schweben?
Unvergessliche Bilder entstehen beim Photoshooting mit einem Flying Dress in der Agafay*.
Für die Romantiker gibt es sogar die Möglichkeit einer marokkanischen Hochzeitszeremonie* mit Henna-Verzierungen und traditioneller Kleidung. Nicht amtlich gültig natürlich, aber trotzdem eine schöne Idee, um die Liebe zu feiern.
Für Reisende, die die Agafay tagsüber auf eigene Faust erkunden möchten, gibt es auch geführte Quad-Touren, die am Lalla-Takerkoust-See starten und durch die Wüste bis in die Camp-Zone führen — ein anderer Blickwinkel auf die Landschaft, der die Route von Norden nach Süden erschließt.
Für den Abend bieten die Camps von Musik über Shows mit Reitern und Pferden bis hin zu einem Feuerwerk eine Vielzahl von Spektakeln an.
Da aber bei jedem Abendessen ein Musiker mit Rasseln und Trommeln zumindest eine Einlage gibt und der Abend an sich so viele Eindrücke vermittelt, kommt man in fast jedem Camp in den Genuss marokkanischer Kultur.
Die Agafay hat ein ausgeprägtes Wüstenklima: so warm es tagsüber auch sein mag – es kann abends empfindlich kalt werden, besonders in den Wintermonaten. Zu oft schon saß ich bibbernd am Lagerfeuer: eine warme Jacke gegen die nächtliche Kühle sorgt nach dem Essen für mehr Wohlgefühl beim Blick in das schier endlose Sternenmeer.
Auf der Suche nach einem Hotel in Marrakesch?
Beste Lage in der Medina, Frühstück inklusive, eine Oase der Ruhe inmitten der Souks:
das Riad Selouane ist die ideale Adresse für Ihren Städtetrip!

Fotografieren in der Agafay Wüste: Licht, Motive und die beste Tageszeit
Ocker und Grau dominieren die Farbpalette, die Landschaft ist karg und weit. Die Agafay besticht durch Reduktion, das Licht modelliert die sanften Hügelkuppen und zeichnet lange Schatten.
Abends sind hier tolle, grafisch anmutende Aufnahmen möglich. Der Hohe Atlas wird von der untergehenden Sonne angestrahlt und erlaubt tolle Landschaftsfotos. Das warme Licht eignet sich auch hervorragend für stimmungsvolle Porträts.

Bei flachem Mittagslicht hingegen wirkt die Landschaft kontrastlos — der beste Grund für Fotografen, den Abendausflug dem Tagesausflug vorzuziehen.
Besonders schön ist die Agafay im Winter und frühen Frühling. Ab November kann im Hohen Atlas der erste Schnee fallen, und der Kontrast der ockerfarbenen Steinwüste im Vordergrund und den leuchtend weißen Gipfel dahinter sucht seinesgleichen.
Nicht alle Camps bieten übrigens denselben Blick. Die White Camel Lodge etwa hat einen schönen Sonnenuntergang, da sie einen weiten Blick gen Westen bietet, hat aber keinen freien Blick auf den Hohen Atlas, da dessen Gipfel sich hinter den Hügeln verstecken. Das Inara Camp hingegen hat einen super Blick auf die Berge, da es recht weit hinten in der Agafay liegt. Es lohnt sich also, vorab zu recherchieren, welches Camp man besuchen möchte.
Der Himmel ist ein entscheidender Faktor für gute Bilder. Ein wolkenloser Himmel garantiert nicht unbedingt einen schönen Sonnenuntergang!
Im Januar und Februar sind die Sonnenuntergänge oft glutrot und die Luft klar, die verschneiten Berge schweben unwirklich über der Wüste. Leider ist zu dieser Jahreszeit auch die Gefahr am größten, einen der wenigen schlechten Tage zu erwischen.
Zu anderen Jahreszeiten kann ein tagsüber strahlend blauer Himmel abends langweilig verblassen oder aufziehende Bewölkung am Abend die Berge verhüllen.
Eine aufgelockerte Bewölkung hingegen kann eine dramatische Stimmung erzeugen: Wenn einzelne Wolken das Licht brechen, wird die Wüste in Minuten mehrfach anders beleuchtet und farbenfrohe Sonnenuntergänge sind die Folge.

Nach Einbruch der Dunkelheit wartet ein unglaublicher Sternenhimmel auf die Besucher. Die Lichtverschmutzung in der Agafay ist recht gering, daher bieten sich gute Möglichkeiten für die Astrofotografie.
Die Feuershow im Camp bietet ebenfalls tolle Fotomotive.
Wer gezielt zum Fotografieren in die Agafay fährt, sollte vor der Buchung einen Blick auf den Wetterbericht werfen. In Marrakesch gibt es öfters Tage, die sehr diesig sind – die Sahara schickt ab und zu Sand über die Berge – und damit sind alle Fototräume in der Agafay hinfällig.
Essen, Trinken und Abendunterhaltung
Zur Begrüßung wird in der Regel ein Pfefferminztee gereicht – als herzliches Willkommen im Camp.
Viele Camps bieten neben den lokalen Getränken und frischen Säften auch marokkanische Weine sowie eine Auswahl an Spirituosen an. Bei den Softgetränken sind bekannte Marken vertreten bis hin zum Tonic-Water. Bier kommt meist aus der Dose.
Gestartet wird meist mit einer Suppe, oft einer köstlichen Harira.
Danach gibt es eine Auswahl an Tagine, mit Lamm oder Huhn, verfeinert mit Früchten wie Datteln und Pflaumen. Dazu wird Couscous gereicht.

Das Essen in den Camps ist in drei oder vier Gänge unterteilt, traditionell marokkanisch, und wird je nach Wunsch und Jahreszeit in Zelten oder auf bestuhlten Terrassen vor den Zelten serviert.
Zum Schluss gibt es natürlich noch ein Dessert, hier sind die Optionen sehr vielfältig und hängen von den Kochkünsten der jeweiligen Küche ab.
Begleitet wird das Essen meist von angenehmer Hintergrundmusik aus einer oft sehr rustikalen Musikanlage. Die Musik wird zwischen den Gängen mit einer Live-Performance unterbrochen. Dabei kommen drei oder mehr Musiker mit Trommeln und Schellen von Tisch zu Tisch und lassen neben dem Rhythmus und Gesang die Bommel an ihren Mützen kreisen. Es sieht einfacher aus als es ist, ich scheitere jedes Mal – aber das dürfen Sie gerne auch selbst ausprobieren.
Als typischer Abschluss wird am Ende des Essens wieder ein Minz-Tee mit etwas landesüblichem trockenem Gebäck angeboten.
Sowohl dem Service im Camp wie auch dem Fahrer sollte man ein kleines Trinkgeld geben, falls sie freundlich und aufmerksam waren.
Rückfahrt in die Stadt
Die Fahrer warten geduldig am Eingang des Camps in ihren Geländewagen oder Bussen und sind von europäischer Pünktlichkeit oft überfordert. Das Motto lautet: Immer schön Zeit lassen und den Abend genießen.
Die Rückfahrt durch die Dunkelheit lässt den Weg ganz anders erscheinen. Lichter in der Wüste zeigen an, wo noch mehr Camps sind oder sich andere Geländewagen gerade auf dem Rückweg nach Marrakesch befinden.
Ab und zu laufen entlang der Straße Personen im Dunkeln – ihr Ziel scheint dem Betrachter völlig unbekannt – hier ist doch nur Einöde! Mit dem Erreichen der R212 säumen wieder Eukalyptus-Bäume die Straße und schlagartig ist selbst zu später Stunde noch Leben auf der Straße. Im Licht von Neonlampen sausen Grillstände am Fenster vorbei. Dichte Rauchschwaden steigen von den heißen Grillfeuern in die Dunkelheit. Kinder turnen durch die Nacht, Hunde schauen den Autos nach und Fahrradfahrer setzen zu teils tollkühnen Manövern an.
Für die Fahrer der Camps ist das alltäglich, sie kennen das Spiel sowie die meisten der Passanten. Hin und wieder wird gegrüßt oder auch mal die Hupe betätigt.
Viele Riads in der Stadt liegen so wie das Riad Selouane direkt in der Medina. Da die meisten Gassen zu schmal für Autos sind, fahren die Geländewagen oder Kleinbusse nicht bis direkt vor das Riad. Es heißt also immer noch ein wenig laufen, um ins Hotel zu kommen.
Die Straßen und Gassen der Medina sind gefahrlos in der Nacht, vereinzelt sprechen vor allem junge Männer die Touristen an. Hier gilt es höflich, aber bestimmt abzulehnen.
Mehr Vorsicht bedarf die Orientierung! Da die Händler alle Stände abgebaut und die üppigen Warenpräsentationen weggeräumt haben, sieht nachts jede Gasse komplett anders aus als tagsüber.
Daher sehen es viele Riads als Teil des Service an, ihre Gäste nach einem Abendausflug persönlich abzuholen und ohne Umwege ins Riad zu begleiten.

Ein Abend in der Agafay-Wüste ist ein ganz besonderes Erlebnis!
Häufige Fragen zur Agafay-Wüste
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Gäste.
-
Wie weit ist die Agafay Wüste von Marrakesch entfernt?
Die Agafay Wüste liegt etwa 30 Kilometer südwestlich von Marrakesch. Die Fahrt dauert je nach Verkehr rund 40 bis 60 Minuten. Die Straße ist in gutem Zustand, zu den Camps selbst gibt es oft Schotterpisten.
-
Kann man in der Agafay Wüste übernachten?
Ja, mehrere Camps bieten Zelte und Lodges zur Übernachtung an. Wer jedoch von Marrakesch aus einen Abend in der Wüste erleben möchte, ohne die Nacht zu verbringen, ist mit einem Halbtagsausflug mit Abendessen gut beraten.
-
Wann ist die beste Reisezeit für einen Ausflug in die Agafay Wüste?
Die angenehmsten Monate sind Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November). Die Temperaturen sind dann tagsüber mild und die Nächte angenehm kühl. Im Sommer kann es tagsüber über 40°C heiß werden; im Winter können die Nächte empfindlich kalt sein – eine warme Jacke ist dann Pflicht.
-
Was kostet ein Ausflug in die Agafay Wüste?
Die Preise variieren je nach Angebot und Camp. Einfache Packages mit Transfer, Abendessen und Aktivitäten beginnen ab etwa 20–30 € pro Person. In den gehobenen 4‑Sterne-Camps ist mit über 50 € pro Person für das Abendessen allein zu rechnen – dafür ist die Atmosphäre und Qualität deutlich höher.
-
Welche Aktivitäten gibt es in der Agafay Wüste?
Die meisten Camps bieten Kamelreiten, Quad-Fahrten, Pool-Nutzung sowie ein traditionelles marokkanisches Abendessen mit Live-Musik an. Darüber hinaus gibt es ausgefallenere Angebote wie Paragliding über die Wüste, Paintball oder ein romantisches Dinner im privaten Zelt.
-
Wie organisiere ich einen Ausflug in die Agafay Wüste?
Die einfachste Möglichkeit ist die Buchung über das eigene Hotel oder Riad – der Manager organisiert die Reservierung im gewünschten Camp sowie den Transfer. Alternativ bieten Reiseagenturen in der Stadt Packages an, die Transfer, Abendessen und Aktivitäten bündeln. Eine Buchung ein bis zwei Tage im Voraus ist in der Regel ausreichend.
-
Kann man die Agafay Wüste auf eigene Faust erkunden?
Ja, mit einem Mietwagen oder privatem Fahrer ist die Anreise problemlos möglich. Außerhalb der Camps gibt es jedoch kaum Infrastruktur oder Versorgungsmöglichkeiten. Die meisten Camps sind nur für angemeldete Gäste zugänglich – eine vorherige Kontaktaufnahme ist daher empfehlenswert. Ausreichend Wasser, Sonnenschutz und festes Schuhwerk sind auf jeden Fall mitzunehmen.
-
Was sollte man für den Abend in der Agafay einpacken?
Auch wenn der Tag warm war: Die Agafay Wüste kühlt abends deutlich ab, besonders in den Wintermonaten. Eine warme Jacke ist empfehlenswert. Außerdem: Sonnencreme und Sonnenbrille für den Tag, ein Handtuch und Badesachen für die Pool-Nutzung sowie Bargeld oder Kreditkarte für Getränke und Trinkgeld.
Sie suchen mehr Info über Marrakesch?
Besuchen Sie unseren Reiseführer, um mehr über die Sehenswürdigkeiten von Marrakesch und Marokko erfahren!

Über die Autorin:
Svenja Keller ist Architektin aus dem Schwarzwald und hat ihr Herz an Marrakesch verloren — an die Souks, das Kunsthandwerk, die Farben und eine Stadt, in der Schönheit kein Konzept ist, sondern Alltag. Seit 2019 betreibt sie das Riad Selouane in der Medina. Was sie über Marrakesch schreibt, kommt nicht aus dem Reiseführer, sondern aus Jahren als Gastgeberin, Beobachterin und leidenschaftlicher Kennerin dieser Stadt.



